Abi 2011: Doppelt stark - und was dann?

Probleme, Aussichten und Möglichkeiten für die Abiturienten – FREIE WÄHLER sehen noch offene Fragen

Am Freitagabend trafen Vertreter von Schule und Schülern, Hochschule und Wirtschaft zusammen, um mit den Landtagsabgeordneten der FREIEN WÄHLER, Markus Reichhart und Eva Gottstein, über die Auswirkungen des doppelten Abiturjahrgangs im kommenden Jahr zu diskutieren. Ein großes Publikum beteiligte sich mit eigenen Redebeiträgen und Fragen an der Veranstaltung in Ingolstadt.

Die Belastungen, denen die Schüler ausgesetzt sind, beschrieb Marc Straubinger vom Landesschülerrat: „Wir wissen nicht, ob wir Ferien haben werden, ob wir zur Bundeswehr müssen oder ob wir einen Studienplatz bekommen.“ Bernhard Uhl von der Landeselternvereinigung der Gymnasien in Bayern unterstrich, dass es zu einem erheblichen Konkurrenzkampf kommen werde und der eventuelle Wehrdienstwegfall die Lage verschlimmere. Die Rektorin des Ingolstädter Reuchlin-Gymnasiums, Edith Philipp-Rasch, beleuchtete das Aufeinandertreffen von G8 und G9 aus der Sicht der Lehrer, die mit der doppelten Struktur und Arbeit zurecht kommen müssten. Allerdings sieht Philipp-Rasch auch einen Vorteil: „Doppelt stark heißt auch: die G8er haben eine straffere Art von Schule erlebt, die G9er sind dafür ein Jahr reifer.“ Der Vertreter der Handwerkskammer München, Harald Gerster, machte darauf aufmerksam, dass sich auch eine Berufsausbildung lohne, nach der man immer noch studieren könne. „Für Abiturienten gibt es gute Chancen – auch auf eine verkürzte Ausbildungszeit“, so Gerster. FH-Präsident Prof. Dr. Gunter Schweiger beruhigte das Publikum durch den Verweis auf die Bemühungen der Hochschulen – Personalaufbau und Baumaßnahmen – mit denen es gelingen soll, den Herausforderungen erfolgreich zu begegnen. Schweiger hatte zuvor in einer anschaulichen Präsentation die Arbeiten in der HAW Ingolstadt dargestellt. Markus Reichhart, handwerkspolitischer Sprecher der Landtagsfraktion, betonte die Möglichkeit der dualen Ausbildung, die sehr begehrte Leute hervorbringe und pries die Vorteile einer handwerklichen und Meisterausbildung an.

Eva Gottstein, bildungspolitische Sprecherin der FREIEN WÄHLER Fraktion, fasste die Diskussion zusammen und bemängelte erneut die Aufteilung der Bildungspolitik auf drei Staatsministerien. Aus Erfahrungen in anderen Bundesländern, die die Umstellung vom G9 zum G8 schon hinter sich haben, werde zu wenig zurückgegriffen. Die Problematik des doppelten Abiturjahrgangs sei frühzeitig von den FREIEN WÄHLERN thematisiert worden, wichtige Anregungen wie die ans G8 angeglichene Leistungserhebung im G9 seien von den FREIEN WÄHLERN ausgegangen. Mit Interesse erwarte man die Ergebnisse der von den FREIEN WÄHLERN mit angeregten Onlinebefragung zu den Studienabsichten. Noch offene Fragen, wie die Frage nach der Vorbereitung der Studentenwerke, dem Numerus clausus und der Wehrpflichtfrage müssten schnellstens beantwortet werden.


Marc Straubinger, MdL Eva Gottstein, Bernhard Uhl, Edith Philipp-Rasch, Harald Gerster, MdL Markus Reichhart, Prof. Dr. Gunter Schweiger (v.li.n.re.)