Gespräch mit Bischof Hanke

Markus Reichhart, Bischof Gregor Maria Hanke, Eva Gottstein und Pfarrer Isidor Vollnhals

Bischof Hanke fordert lückenlose Aufklärung der Missbrauchsfälle  –
auch außerhalb der Kirche

 

Am Freitag, 23. April, waren der designierte Eichstätter Generalvikar, Münsterpfarrer Isidor Vollnhals, und die Landtagsabgeordneten der Freien Wähler Eva Gottstein und Markus Reichhart zu Gast beim Eichstätter Bischof Dr. Gregor Maria Hanke. Bei dem einstündigen Austausch ging es vor allem um die Lage der kirchlichen Schulen, die Finanzausstattung der Kirche und aktuell Aufsehen erregende Themen.

In punkto kirchliche Schulen nannte Hanke die Unverzichtbarkeit für Staat und Gesellschaft von kirchlichem Engagement. Der Bischof betonte damit, dass die Kirche nicht nur geistlich aktiv sei, sondern auch viele soziale und caritative Leistungen erbringe, die man oft übersehe. Deshalb sei es auch für die Gesellschaft wichtig, die Kirche finanziell mitzutragen. Die negative Entwicklung bei der Kirchensteuer und den Kirchenaustritten belaste die Haushaltslage. Fehler müssten in der Zukunft vermieden, interne Maßstäbe überprüft und neu formuliert werden. Wenn die Kirche ihren volkschristlichen Charakter verliert und zahlenmäßig zurückgeht, bedeute das nach seiner Ansicht, dass sie sich auf ihre prophetische Aufgabe wird konzentrieren müssen. Was Verfehlungen Einzelner in kirchlichen Einrichtungen betrifft, forderte Hanke eine konsequente Aufklärung der Fälle ein. Allerdings sei es seiner Meinung nach sehr einseitig, sich nur auf kirchliche Missbrauchsfälle zu stürzen, schließlich sei es kein rein kirchliches Problem. Bei dem Meinungsaustausch stieß der 55-jährige Bischof auf breite Zustimmung bei den Gästen, die sich für den Erhalt des kirchlichen Engagements aussprachen, aber auch kritische Punkte nicht aussparten.