Mittelstand und Handwerk unter Strom?!?

v.l.: Gottfried Obermair, Helmut Barth, MdL Hubert Aiwanger, MdL Markus Reichhart, Dr. Norbert Ammann, Anton Berchtold, Dr. Werner Gloßner

Unter dem Untertitel "Chancen und Herausforderungen der Energiewende" fand am 9. März ein Parlamentarischer Abend statt, zu dem etwa hundert Interessierte aus ganz Bayern angereist waren. Auf dem Podium saßen neben dem moderiereden handwerkspolitischen Fraktionssprecher Markus Reichhart Vertreter von IHK, LfA Förderbank Bayern, Elektroinnung und der Brauereien. Hier die Pressemitteilung der Landtagsfraktion zu dieser Veranstaltung:

FREIE WÄHLER: Mittelstand und Handwerk fordern rasche und verlässliche Umsetzung der Energiewende

09.03.2012

München (do). Die FREIEN WÄHLER haben am Freitagabend im Bayerischen Landtag rund 100 Gäste aus Mittelstand und Handwerk zu ihrem Parlamentarischen Abend „Mittelstand und Handwerk unter Strom? – Chancen und Herausforderungen der Energiewende“ empfangen. „Ein Jahr nach Fukushima hat sich viel getan: Politik und Gesellschaft haben entschieden, einen Wandel in der Energiepolitik herbeizuführen“, so Markus Reichhart, MdL und handwerkspolitischer Sprecher, in seiner Begrüßung. „Die Erneuerbaren Energien sind inzwischen zu dem Jobmotor für das Handwerk im Freistaat geworden, deswegen wollen wir FREIE WÄHLER, dass nicht nur Großunternehmen oder die Betreiber von Gaskraftwerken vom Ausstieg aus der Atomkraft profitieren, sondern vor allem Mittelstand und Handwerk.“

Der Vorsitzende der FREIEN WÄHLER, Hubert Aiwanger, forderte die Politik in Bund und Freistaat zu mehr Planungssicherheit bei den Erneuerbaren Energien auf: „Erklärtes Ziel von Schwarz-Gelb ist es offenbar, die Energiewende zu torpedieren – das hat die völlig überhastete und nun auf den 1. April 2012 verschobene Kürzung der Solarförderung deutlich gezeigt. Wir FREIE WÄHLER halten das für politische Absicht und fordern stattdessen, die Energiewende in erster Linie auf Mittelstand und Handwerk zuzuschneiden. Nur so können wir bis zum Jahr 2020 wirklich vollständig aus der Atomkraft aussteigen.“

Dr. Norbert Ammann, Referatsleiter der IHK für München und Oberbayern, stellte verschiedene Förder- und Energieberatungsprogramme für seine Mitgliedsunter­nehmen vor und betonte die Bedeutung dauerhaft günstiger Energiepreise für den Mittelstand. Anton Berchtold, Obermeister der Innung für Elektro- und Informationstechnik in München, zeigte sich über die plötzliche Kürzung der Solarförderung entsetzt. Dies sei ein Schlag ins Gesicht vieler kleinerer Unternehmen und Handwerksbetriebe. Helmut Barth, Abteilungsdirektor der LfA Förderbank Bayern, betonte, seine Bank unterstütze Projekte zur gewerblichen Nutzung von Solarenergie oder Biomasse – dabei werde besonders streng auf Energieeffizienz geachtet. Mit Dr. Werner Gloßner, Hauptgeschäftsführer der Privaten Brauereien Bayern e.V., zählte auch ein Vertreter der energieintensiven Branchen zu den Referenten des Abends. Gloßner zeigte unter anderem auf, wie Brauereien beim Würzekochen mittels modernster D rucktechnologie Energieeinsparungen bis zu 70 Prozent realisieren können.

Abgeordnete, Referenten und Gäste waren sich abschließend einig, dass die Förderung der Energieeffizienz stärker ausgebaut werden müsse. Dies solle in den kommenden Jahren vor allem über die Wirtschaftsförderung erfolgen. Die Energiewende sei für alle Beteiligten Neuland, sie dürfe nicht ins Stocken kommen. Geeignete Rahmenbedingungen der Politik seien daher entscheidend für die Wettbewerbungsfähigkeit der bayerischen Unternehmen.