FREIE WÄHLER für den Erhalt der kirchlichen Berufsfachschulen (9.12.2010)

Markus Reichhart
Peter Gietl
Peter Nothaft
Dr. Tobias Böcker

Die FREIEN WÄHLER sprechen sich für den Erhalt kirchlicher Berufsfachschulen in Bayern aus. In einer Pressekonferenz machten Stadtratsfraktionschef Peter Gietl und Landtagsabgeordneter und Stadtrat Markus Reichhart am Donnerstag klar, dass eine finanzbedingte Aufgabe von Berufsfachschulen privater und vorallem kirchlicher Träger drastische Folgen haben werde.

Da die staatliche Unterstützung für private Berufsfachschulen die Ausgaben nur zu etwa zwei Dritteln deckten, seien die Schulen gezwungen von ihren Schülerinnen und Schülern Schulgeld zu verlangen, so Peter Nothaft, zuständig für die diözesanen Schulen im Bischöflichen Ordinariat Eichstätt. Das Schulgeld von 120 Euro monatlich reiche trotzdem kaum aus, so Nothaft weiter, "Für einkommensschwache Familien ist dies eine hohe Belastung".

Zwölf kirchliche Schulen mussten in den vergangenen Jahren bereits schließen. Weitere Schließungen sind nicht ausgeschlossen, vor allem wenn sich die kirchlichen Träger zurückziehen.  "Wenn private Träger, wie die Kirchen, nicht mehr das Geld aufbringen können, um ihre Berufsfachschule zu unterhalten, gehen diese in kommunale Trägerschaft über. Für die Städte bringt das zusätzliche Belastungen für die ohnehin geplagten und klammen Kommunalhaushalte", betonte Markus Reichhart.

Reichhart unterstrich dabei die gesellschaftliche Bedeutung der privaten Berufsfachschulen. Sie ergänzten das staatliche Angebot, sorgten für mehr Bildungsmöglichkeiten - gerade bei Jugendlichen mit Migrationshintergrund - und seien angesichts der demografischen Entwicklung in wichtigen Ausbildungszweigen tätig, erklärte der FREIE WÄHLER: "Für den Personal- und Sachaufwand fordern wir daher eine Anhebung des Fördersatzes auf hundert Prozent von der Staatsregierung sowie eine Erhöhung des Schulgeldersatzes von 75 auf 100 Euro."

Dr. Tobias Böcker, Geschäftsführer der Haus St. Marien GmbH, und FW-Stadtrat Peter Gietl verwiesen auf das Ingolstädter Beispiel. Das Marienheim hatte in den vergangenen Jahren einen Einbruch in den Schülerzahlen hinnehmen müssen. 2006/2007 hatten noch 345 Schülerinnen und Schüler eine Ausbildung in den Fachrichtungen Kinderpflege, Sozialpflege und Hauswirtschaft erhalten, heute sind es noch 283. Der Großteil der Schüler kommt aus Ingolstadt und dem Landkreis Pfaffenhofen. "Ein Ende der kirchlichen Trägerschaft wäre kein gutes Zeichen für die Bildungslandschaft in Ingolstadt und Bayern.", waren sich Gietl und Böcker einig.