Energiewende "von unten nach oben"

Die Regionale Energieoffensive ist eine Initiative der FREIEN WÄHLER mit dem Ziel Bürger und Lokalpolitiker über die Herausforderungen der Energieversorgung aufzuklären und von der Notwendigkeit und den Möglichkeiten einer Energiewende zu überzeugen. Dabei setzen die FREIEN WÄHLER bei den Kommunen an und fordern eine dezentrale Energieerzeugung durch regenerative Energien.

Am 4. Februar 2011 machte die regionale Energieoffensive Halt in Neuburg. Knapp dreißig FREIE WÄHLER und interessierte Bürger kamen zu der Veranstaltung, die mit einer Besichtigungstour begann.

Erste Station war das Neuburger St. Gobain Oberlandglas-Werk, neuerdings Verallia, das aufgrund seiner großen Abwärme über erhebliche Energiereserven verfügt. Josef Gawlik führte die Gruppe kompetent durch die schwülen Produktionshallen. Über einen Wärmetauscher wird die überschüssige Hitze an den Glaswannen auf das Fernwärmenetz übertragen. Dieses Netz soll schlussendlich 63 km lang sein und als Energieader Neuburg durchziehen. Neben den Glaswerken wären dann noch diverse Hackschnitzel-Heizkraftwerke integriert. Das Konzept geht sogar darüber hinaus und baut auf den Anbau von Energiepflanzen und drei sogenannte Gruppenspeicher zur Zwischenlagerung der Fernwärme. Bei der Verlegung der Rohre ergäben sich auch Synergieeffekte, zum Beispiel durch die gleichzeitige Installation von modernen Kommunikationskabeln.

Ein anderes, nicht minder interessantes Fernwärmeprojekt praktiziert eine Gruppe von 13 Häusern im Ortsteil Bergen ein – im Gegensatz zu Neuburg – privates Fernwärmenetz, das durch ein Hackschnitzel-Heizkraftwerk versorgt wird. Albert Stemmer erklärte den Besuchern die Anlage und deren Entstehungsgeschichte sowie die technischen Herausforderungen und Vorteile.

Im Anschluss an die Besichtigungen kehrte man nach Neuburg ins Geriatriezentrum zurück, um dem Vortragsteil der regionalen Energieoffensive zu lauschen. Neben MdL Markus Reichhart waren die Bezirksvorsitzende MdL Eva Gottstein, Landrat Roland Weigert und die Stadträte Roland Harsch und Klaus Brems sowie weitere Lokalpolitiker gekommen. Manfred Rößle, Geschäftsführer des Forschungszentrum für erneuerbare Energien f10 und der Wärmeversorgung Neuburg GmbH erläuterte die Aufgabe des Forschungszentrums und die Konzeption des Fernwärmeprojekts (siehe oben), das von der Stadt Neuburg getragen wird. Danach führte Gottfried Obermair, Umweltreferent der FREIE WÄHLER Landtagsfraktion, die aktuelle Situation der Energieversorgung aus und beschrieb Wege in eine von fossilen Brennstoffen und Großkonzernen unabhängige Elektrizitäts- und Wärmeversorgung. Die Energiewende „von unten nach oben“ muss in den Kommunen beginnen. Eine lokal verankerte Energieerzeugung wird erhebliche finanzielle Mittel in der Region binden, die früher ins Ausland abflossen. Neben den massiven positiven Auswirkungen auf Umwelt und Klima wird die Unabhängigkeit von unsicheren Ressourcen und ausländischen Quellen gesichert.


Manfred Rößle begrüßt die Anwesenden bei Verallia
Josef Gawlik erklärt die Sicherheitsbestimmungen für die Besichtigung
Vorsitzender Roland Harsch begrüßt die Gäste


im Kontrollraum
Albert Stemmer führt die Gruppe in sein privates Heizkraftwerk
Podium (v.l.n.r.): Manfred Rößle, MdL Markus Reichhart, Landrat Roland Weigert, MdL Eva Gottstein, Gottfried Obermair, Roland Harsch
MdL Markus Reichhart
Gottfried Obermair
Manfred Rößle (rechts) mit Klaus Babel
Klaus Brems mit Markus Reichhart