MdL Markus Reichhart, MdL Claudia Jung, Josef Königbauer von Südstärke, MdL Ulrike Müller, Dominikus Schlecht (Kartoffelliefergenossenschaft) und Ludwig Bayer (Kreisobmann Bauernverband)
und weitere...
...Impressionen vom Besuch

Drei Landtagsabgeordnete der FREIEN WÄHLER und eine stillstehende Produktionsanlage – Besuch bei Südstärke in Schrobenhausen

Gleich drei Abgeordnete der FREIEN WÄHLER informierten sich am Donnerstag auf Einladung von Ludwig Bayer, Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbandes, über die Lage bei der Südstärke GmbH und deren 2005 gegründeten Tochter Südsprit. Neben der Stimmkreisabgeordneten Claudia Jung waren Ulrike Müller als agrarpolitische Fraktionssprecherin sowie Markus Reichhart aus Ingolstadt nach Schrobenhausen gekommen. 

Für den Besuch gibt es neben der allgemeinen Information über die Firma einen unschönen Hintergrund: die Produktionsanlage von Südsprit steht still. In der Anlage sollten eigentlich bis zu 110 Millionen Liter Biodiesel pro Jahr erzeugt werden. Wegen der geringen Nachfrage liegt die Herstellung des ökologischen Treibstoffs zur Zeit brach. „Die Ursache liegt“, so Geschäftsführer Josef Königbauer, „in der Besteuerung regenerativer Kraftstoffe.“ Nur wenn der Biodiesel zehn Cent billiger zu haben sei als der Diesel aus Erdöl, rentiere sich dessen Vermarktung. Die Parlamentarier der FREIEN WÄHLER sicherten Königbauer zu, sich für die Steuerfreiheit erneuerbarer Energien, wie dem Biodiesel einzusetzen.

Die Landtagsabgeordneten äußerten ihr Unverständnis über die Steuerpolitik. „Gerade in Zeiten der Energiewende, müssten Anstöße für den Umstieg auf nachwachsende Energieträger geliefert werden“, forderte Markus Reichhart. Wer in dieser Situation die Steuerbefreiung auf neue Energieformen und Biodiesel abschaffe oder nicht wieder einführe, schade der Wirtschaft, insbesondere der mittelständischen, so der Abgeordnete.

Neben der regionalen Wertschöpfung, die der „Kraftstoffversorger Südsprit“ sein könne, erwähnte Dominikus Schlecht, Vorsitzender der Kartoffel-Liefer-Genossenschaft, die zusätzlichen Effekte der Dieselherstellung, wie das Nebenprodukt Rapspresskuchen. Ulrike Müller, Mitglied im Landwirtschaftsausschuss und selbst Milchbäuerin, pflichtete Dominikus Schlecht in seiner Argumentation bei. „Die Rapspresskuchen sind ein biologisch einwandfreies Futtermittel in der Viehzucht.“ Damit könnten nicht nur Sojaimporte aus Südamerika eingespart werden, sondern auch noch Kohlendioxid, so Müller. „Dem Umweltschutz wird mit dieser Steuerpolitik der Regierung ein Bärendienst erwiesen“, stellte Claudia Jung, Stimmkreisabgeordnete für Schrobenhausen fest.

Abschließend betonten die drei Politiker einhellig, sich verstärkt um die Belange der Bauern und die Beachtung der regionalen Wertschöpfung zu kümmern. „Südstärke ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in der Region 10. Hier steckt Potenzial für die Energiewende“, so Reichhart.