Besuch bei drei Ausbildungsbetrieben in der Region (14.9.2012)

Im Dialog: MdL Markus Reichhart und Lehrling Niklas Fertl
MdL Markus Reichhart, die drei Lehrlinge Matthias Baierl, Magdalena Merbald und Tobias Diemeier, Unternehmer Andreas Mayr, Ausbilder Stefan Kirmaier und Junggeselle Markus Humpl

Bäckermeister Wolfgang Schlegl und MdL Markus Reichhart mit Lehrlingen und Meistern der Neuburger Bäckerei

Unternehmer Franz Georg Ettenreich (Rücken), MdL Markus Reichhart (links) und die Lehrlinge Niklas Fertl (rechts) und Simon Ettenreich (2.v.re.)

Reichhart: Gleichwertige Anerkennung von Lehrberufen verhindert den Fachkräftemangel

Zum Tag des Handwerks, hat der Landtagsabgeordnete der FREIEN WÄHLER Markus Reichhart drei Ausbildungsbetriebe in Manching und Neuburg besucht. Als einziger Handwerksmeister im Bayerischen Landtag und handwerkspolitischer Sprecher seiner Fraktion liegt Reichhart sehr viel an der „Wirtschaftsmacht von nebenan“. Für den Augenoptikermeister aus Ingolstadt ist das Handwerk die tragende Säule der deutschen Wirtschaft. Gerade was den Ausbildungsmarkt, die Zahl der Arbeitskräfte und den Umsatz betrifft, könne man das Handwerk durchaus als den Leistungsträger schlechthin bezeichnen, der es sich leisten könne mit mehr Selbstbewusstsein aufzutreten, stellt Reichhart fest.

Die Schreinerei Mayr in Manching, einem Vorzeigeunternehmen in seiner Branche, zeichnet sich insbesondere durch seine strategische Unternehmensplanung und die vorausschauende Personalplanung aus. Unabhängig von konjunkturellen Entwicklungen sei dies ein wichtiges Instrument gegen den Fachkräftemangel. Unternehmer Andreas Mayr betonte bei dem Besuch Reichharts den großen Wert, den es für seinen Betrieb habe, die Mitarbeiter in die strategische Weiterentwicklung des Betriebs zu integrieren: „Die Wertschätzung meiner Mitarbeiter ist ein entscheidendes Element, das neben dem Anspruch auf hohe Qualität zu unserer Betriebsphilosophie gehört. Dadurch sind die Mitarbeiter gut ausgebildet und äußerst motiviert.“ Dies sei auch der großen Zahl an Auszubildenden geschuldet. MdL Markus Reichhart zeigte sich von der modernen technischen Ausstattung der Schreinerei beeindruckt: „Modernste Maschinen und das angenehme Betriebsklima sind vorbildlich für das Handwerk allgemein.“

In der Neuburger Bäckerei Schlegl konnte sich Reichhart anschließend von dem Traditionsbewusstsein des Unternehmens überzeugen. Bäckermeister Wolfgang Schlegl, der den Betrieb in dritter Generation führt, weiß seinen Sohn bereits als Nachfolger sicher. Es sei ein positives Zeichen für den Mittelstand und das Handwerk, dass sich junge Generationen den Herausforderungen der modernen Zeit auch künftig stellen, sagte Reichhart. Dank der hohen Ansprüche an die Qualität könne sich die Bäckerei sehr gut auf dem Markt behaupten. Entscheidend dafür ist aus Sicht des Landtagsabgeordneten der deutlich überdurchschnittliche Anteil an Auszubildenden an der Gesamtbelegschaft sowie die große Erfahrung der Mitarbeiter. „Unser starkes Engagement bei der Ausbildung und die hohe Quote langjähriger Mitarbeiter bringt unserem Betrieb die Erfahrung und die Qualität und erhält uns die Fachkräfte, die wir morgen brauchen“, bestätigte Wolfgang Schlegl. Reichhart freute sich über die Leidenschaft der Auszubildenden. Nach dem Austausch mit den jungen Mitarbeitern und deren Meistern, stellte er fest, dass das Bäckerhandwerk trotz der anspruchsvollen Arbeitszeiten ein gern gelernter Beruf ist: „Auch wenn es gerade für Jugendliche eine erhebliche Umstellung ihres Tagesablaufs bedeutet, die nicht jedermanns Sache ist, stellen sich die Lehrlinge dieser Herausforderung“.
Die Bäckerei bildet drei verschiedene Berufsabschlüsse aus! Schlegl erwähnte, dass es auch viele Ältere und Frauen ohne Berufsausbildung gebe, die sich einen Einstieg in den Beruf des Bäckereifachverkäufers vorstellen könnten. Ein wichtiges Thema bei dem Besuch war auch die Ausstattung der Berufsschulen. Reichhart fordert seit längerem mehr Geld für die fachliche Fortbildung der Lehrer an beruflichen Schulen.

Abschließend besichtigte Reichhart eine Baustelle der Firma Bau Ettenreich in Heinrichsheim. Das Unternehmen, das hauptsächlich kommunale Aufträge zum Bau von Kindergärten und Kinderkrippen umsetzt, hat vier Auszubildende in seinen Mitarbeiterreihen. Unternehmer Franz Georg Ettenreich betonte, dass seine Firma viel Wert auf die Ausbildung und Schulung seiner Lehrlinge lege, was man an dem mehrfachen Innungssieg sehen könne. Derzeit befindet sich die Baubranche laut Ettenreich in einer Hochphase, in der der Fachkräftemangel und der Wettbewerb um gutausgebildete Arbeiter besonders deutlich werden. Reichhart stimmte mit Ettenreich überein, dass die beruflichen Perspektiven und die Bezahlung in der Baubranche sehr gut seien. Umso wichtiger sei es Jugendlichen zu vermitteln, dass sich eine Ausbildung in dieser Branche lohne, auch wenn die gesellschaftliche  Anerkennung solch praktischer Arbeit nicht dem entspreche, wie es sein sollte. „Wir brauchen eine gleichwertige Anerkennung und Wertschätzung von Lehrberufen auf Augenhöhe mit der akademischen Bildung, um Fachkräftemangel zu verhindern und jungen Menschen die Chancen nicht-akademischer Berufe aufzuzeigen“, sagte Reichhart.