Aktionstag für berufliche Bildung der FREIE WÄHLER Landtagsfraktion im Bayerischen Landtag

Reichhart: Berufliche Bildung darf nicht länger Stiefkind der bayerischen Bildungspolitik bleiben

München (do). Die FREIEN WÄHLER haben am Freitagabend im Bayerischen Landtag einen Aktionstag für berufliche Bildung veranstaltet. Unter dem Motto „Wagnis Ausbildung? – Ausbildung wagen!“ diskutierten Unternehmer, Berufsschulleiter, Ausbilder, Lehrlinge und Vertreter von Handwerkskammern sowie der IHK über Chancen und Schwierigkeiten einer zeitgemäßen Ausbildung.

Markus Reichhart, MdL und handwerkspolitischer Sprecher der FREIE WÄHLER Landtagfraktion, begrüßte rund 80 geladene Gäste aus Politik und Handwerk. Reichhart sagte, die hervorragende Resonanz der Veranstaltung zeige, dass eine weitere Verbesserung des bayerischen Berufsschulwesens dringend erforderlich sei. „Fast die Hälfte aller Studierenden kommt über einen beruflichen Bildungsweg an die bayerischen Hochschulen. Deswegen benötigen Berufsschulen eine ebenso gute Ausstattung wie unsere Gymnasien und dürfen nicht länger das Stiefkind der bayerischen Bildungspolitik bleiben.“ Die Bedeutung der Berufsschule als „sozialer Gesamtschule“ betonte Werner J. Wittmann, Oberstudiendirektor an der Berufsschule Lauingen: „Berufliche Bildung will nicht in Problemen, sondern in Lösungen denken. Deshalb benötigen wir endlich wieder gute Bedingungen für die Lehre, mehr Professionalität, mehr qualifiziertes Lehrpersonal, adäquate und angemessen geförderte Weiterbildungsmaßnahmen sowie echte Autonomie für die Schulen.“

Leonie Byrtus, Auszubildende des Schneiderhandwerks im dritten Lehrjahr, empfahl interessierten Jugendlichen, ihre Chancen auf einen Ausbildungsvertrag durch vorgeschaltete Praktika zu erhöhen und so auch eigene Interessen und Talente sicherer aufzuspüren. Frank Ambros vom Landesschülerrat Bayern stellte ernüchtert fest, es gebe immer weniger Lehrer für berufsbildende Schulen, darunter seien zu viele Seiteneinsteiger ohne pädagogische Ausbildung. „Ausbildung rechnet sich; wer junge Menschen gut qualifizieren will, muss daher unbedingt gutes Lehrpersonal zur Verfügung stellen.“ Metallbaumeister Josef Schinko berichtete, ein guter Auszubildender müsse in seiner Schulzeit nicht immer Klassenprimus gewesen sein. „Hohe Motivation und Spaß an einer ganz bestimmten Tätigkeit sind genauso wichtig wie Fachwissen. Das müssen vor allem die Ausbilder in Industrie und Handwerksbetrieben besser erkennen lernen.“

Markus Reichhart abschließend: „Trotz aller Schwierigkeiten auf dem heutigen Arbeitsmarkt sind unsere Auszubildenden hoch motiviert und leistungsbereit. Diese Begeisterung sollte uns Ansporn genug sein, junge Menschen in ihrer beruflichen Entwicklung noch stärker zu fördern – also: mehr Ausbildung zu wagen!“







Artikel der Bayerischen Staatszeitung vom 15. April 2011 (finden Sie im Ordner "Presse" unter "Downloadangebot")